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Wartetage: Warum das erste Taggeld auf sich warten lässt

Zwischen Anmeldung und erstem Taggeld liegen gesetzliche Wartetage — je nach Situation 0 bis 20 Tage, nach der Ausbildung sogar 120. Wer wie lange wartet, und wie Sie unnötige Verzögerungen vermeiden.

Die allgemeinen Wartetage

Die Wartetage werden einmal pro Rahmenfrist vom Taggeldanspruch abgezogen und richten sich nach dem versicherten Verdienst und der Unterhaltspflicht:

  • 0 Wartetage: versicherter Verdienst bis CHF 36'000/Jahr oder mit unterhaltspflichtigen Kindern bis CHF 60'000
  • 5 Wartetage: der Normalfall für mittlere Einkommen
  • 10–20 Wartetage: für höhere Einkommen ohne Unterhaltspflicht (gestaffelt bis über CHF 125'000)

Wichtig: Wartetage sind nicht dasselbe wie Einstelltage — Letztere sind Sanktionen und kommen zusätzlich dazu.

120 Tage Wartezeit nach Schule oder Studium

Wer von der Beitragszeit befreit ist, weil er die Ausbildung abgeschlossen hat (Lehre, Matura, Studium), muss eine besondere Wartezeit von 120 Tagen bestehen, bevor Taggelder fliessen. Die Anmeldung beim RAV sollte trotzdem sofort erfolgen — die Wartezeit läuft erst ab Anmeldung.

Mehr dazu im Guide Arbeitslos nach der Lehre.

So vermeiden Sie zusätzliche Verzögerungen

  1. Melden Sie sich am ersten Tag der Arbeitslosigkeit an — jeder verpasste Tag ist verloren.
  2. Reichen Sie die Unterlagen vollständig ein (Arbeitgeberbescheinigung, Lohnabrechnungen) — fehlende Dokumente verzögern die erste Zahlung um Wochen.
  3. Senden Sie das Formular «Angaben der versicherten Person» sofort am Monatsende an die Kasse.

Häufige Fragen

Werden Wartetage bezahlt?

Nein. Wartetage sind unbezahlte Tage, die einmal pro Rahmenfrist vom Anspruch abgezogen werden, bevor das erste Taggeld ausbezahlt wird.

Wann kommt das erste Geld?

In der Regel im Laufe des Folgemonats nach der Anmeldung — sofern alle Unterlagen vollständig sind und die Wartetage bestanden wurden. Planen Sie finanziell 4 bis 8 Wochen ein.

Kann ich die Wartetage umgehen?

Nein, sie sind gesetzlich (AVIG) festgelegt. Aber Sie können verhindern, dass zusätzliche Verzögerungen entstehen: sofort anmelden, vollständige Unterlagen, Kasse aktiv nachfassen.

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