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Pflege Jobs: Einstieg und Quereinstieg in die Pflege

Die Pflege gehört zu den Branchen mit dem grössten Personalmangel der Schweiz — Spitäler, Heime und die Spitex suchen laufend Personal auf allen Stufen. Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ist das eine echte Chance: Der Einstieg ist über klar definierte Stufen möglich, oft berufsbegleitend.

Die Einstiegswege: vom SRK-Lehrgang bis zur HF

  • Pflegehelfer/in SRK: der klassische Einstieg für Erwachsene ohne Pflegeausbildung. Der Lehrgang des Schweizerischen Roten Kreuzes kombiniert Theoriestunden mit einem Praktikum, ist berufsbegleitend machbar und in wenigen Monaten abgeschlossen. Danach arbeiten Sie in Heimen und bei der Spitex in der Grundpflege.
  • Assistent/in Gesundheit und Soziales EBA: zweijährige berufliche Grundbildung — auch für Erwachsene, teils verkürzt.
  • Fachfrau/Fachmann Gesundheit (FaGe) EFZ: dreijährige Lehre, für Erwachsene mit Berufserfahrung verkürzt oder über die Nachholbildung möglich — wie das geht, erklärt der Leitfaden EFZ nachholen.
  • Pflegefachfrau/Pflegefachmann HF/FH: das Diplomstudium für die höchste Pflegestufe — auch als Weiterentwicklung nach der FaGe.
  • Betreuung als Alternative: Fachfrau/Fachmann Betreuung (FaBe) für die Arbeit mit Betagten, Kindern oder Menschen mit Beeinträchtigung.

Der bewährte Quereinstiegs-Pfad: SRK-Lehrgang als Türöffner, erste Anstellung in einem Heim, danach berufsbegleitend zur FaGe — viele Arbeitgeber unterstützen diesen Weg aktiv, weil sie Personal dringend brauchen. Für den grösseren Richtungswechsel lohnt sich auch der Blick auf unsere Umschulungs-Übersicht.

Passt die Pflege zu mir? Ehrlicher Realitätscheck

  • Das spricht dafür: sinnstiftende Arbeit, hohe Jobsicherheit, Stellen in jeder Region, viele Teilzeitmodelle, klare Aufstiegswege über Weiterbildung.
  • Das müssen Sie mögen: Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienste, körperliche Arbeit, emotionale Belastung, Verantwortung.
  • Voraussetzungen: gute Deutschkenntnisse für Dokumentation und Angehörigengespräche — bei Unsicherheit hilft ein gezielter Deutschkurs —, Belastbarkeit und echtes Interesse an Menschen.
  • Vorher testen: Ein Schnuppertag oder ein Praktikum in einem Heim zeigt Ihnen in kurzer Zeit, ob der Alltag zu Ihnen passt — und ist zugleich der beste Einstieg in eine Anstellung.

Die Bewerbung: worauf Heime und Spitäler achten

  1. Motivation glaubwürdig machen: «Ich möchte mit Menschen arbeiten» schreibt jede und jeder. Besser: ein konkretes Erlebnis — Betreuung von Angehörigen, Freiwilligenarbeit, Zivildienst — das den Wunsch belegt.
  2. Übertragbare Erfahrung betonen: Kundenkontakt, Teamarbeit, Zuverlässigkeit, Schichterfahrung aus Gastro oder Detailhandel — all das zählt in der Pflege.
  3. Flexibilität nennen: Wer Bereitschaft für Wochenend- und Abenddienste signalisiert, hat einen spürbaren Vorteil.
  4. Vollständiges Dossier als ein PDF: Motivationsschreiben, CV (maximal 2 Seiten), Zeugnisse und Kursbestätigungen — SRK-Ausweis prominent erwähnen, falls vorhanden.

Formulieren Sie Ihr Schreiben mit dem Motivationsschreiben-Generator und bauen Sie den CV mit dem Lebenslauf-Generator kompetenzorientiert auf. Bewerben Sie sich breit — Heime, Spitex, Spitäler, Privatkliniken — und dokumentieren Sie alles im Bewerbungs-Tracker, wenn Sie beim RAV gemeldet sind.

Häufige Fragen

Kann ich ohne jede Ausbildung in der Pflege arbeiten?

In der Grundpflege und Betreuung ist der Einstieg über den Lehrgang Pflegehelfer/in SRK der übliche Weg — manche Heime stellen auch als Hilfskraft in Hotellerie oder Betreuung ein und finanzieren den SRK-Lehrgang danach. Pflegerische Tätigkeiten mit mehr Verantwortung erfordern eine formale Ausbildung.

Was verdient man in der Pflege?

Der Lohn hängt stark von Ausbildungsstufe, Kanton und Arbeitgeber ab — von der Pflegehilfe bis zur diplomierten Pflegefachperson HF liegen die Löhne deutlich auseinander. Eine verlässliche Orientierung je nach Region und Erfahrung gibt der nationale Lohnrechner Salarium; viele Institutionen haben zudem kantonale Lohnsysteme oder einen GAV.

Finanziert das RAV den SRK-Lehrgang?

Das RAV kann Kurse als arbeitsmarktliche Massnahme finanzieren, wenn sie Ihre Vermittlungschancen konkret verbessern — der SRK-Lehrgang wird bei entsprechender Stellenlage oft bewilligt. Stellen Sie den Antrag vor Kursbeginn bei Ihrer Beratungsperson.

Bin ich mit über 50 zu alt für den Pflege-Einstieg?

Nein. Lebenserfahrung ist in der Pflege ein Vorteil, und der Personalmangel öffnet Türen in jedem Alter. Tipps zur Stellensuche in dieser Lebensphase finden Sie im Artikel zur Stellensuche über 50.

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