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Video-Interview: Vorbereitung, Technik und Körpersprache

Viele Schweizer Firmen führen das Erstgespräch heute per Video — meist über Teams oder Zoom. Die Fragen sind dieselben wie im Sitzungszimmer, aber Technik, Bildausschnitt und Körpersprache entscheiden mit. Die gute Nachricht: All das lässt sich in einer Stunde Vorbereitung in den Griff bekommen.

Technik-Checkliste: 24 Stunden vorher testen

  • Software installieren und testen: Link aus der Einladung öffnen, Kamera und Mikrofon freigeben, Namen korrekt anzeigen lassen (Vor- und Nachname, kein Übername).
  • Internet: Wenn möglich per Kabel statt WLAN; sonst nahe am Router sitzen und andere Geräte vom Netz nehmen.
  • Kamera auf Augenhöhe: Laptop erhöhen (Bücherstapel genügt) — der Blick von oben auf die Kamera wirkt distanziert.
  • Licht von vorne: Fenster oder Lampe vor Ihnen, nie im Rücken. Gegenlicht macht Sie zur Silhouette.
  • Ton: Kopfhörer mit Mikrofon verwenden — das reduziert Hall und Echo deutlich.
  • Hintergrund: aufgeräumt und ruhig. Eine neutrale Wand schlägt jeden verwackelten Weichzeichner-Filter.
  • Plan B: Telefonnummer der Kontaktperson bereitlegen. Bei Technikpanne: kurz anrufen, Ruhe bewahren — souveränes Reagieren hinterlässt sogar einen guten Eindruck.

Körpersprache und Auftreten vor der Kamera

  • In die Kamera schauen, nicht auf den Bildschirm — zumindest, wenn Sie sprechen. So entsteht für das Gegenüber Blickkontakt. Tipp: kleinen Klebepunkt neben die Linse kleben.
  • Aufrecht sitzen, beide Füsse am Boden: Das wirkt präsent und hilft der Stimme.
  • Langsamer und deutlicher sprechen als gewohnt: Video schluckt Nuancen. Kurze Pausen einplanen — die Übertragung hat oft eine kleine Verzögerung.
  • Kleidung wie beim Gespräch vor Ort: komplett angezogen, nicht nur obenherum. Sie strahlen anders aus, wenn Sie ganz «im Modus» sind.
  • Hände sichtbar einsetzen: ruhige Gesten im Bildausschnitt wirken lebendig; hektisches Gestikulieren direkt vor der Kamera nicht.

Inhaltlich gilt dasselbe wie immer: Antworten auf die Standardfragen vorbereiten, Beispiele bereithalten, eigene Fragen notieren. Die komplette Vorbereitung finden Sie im Leitfaden Vorstellungsgespräch — inklusive der heiklen Frage nach der Lohnvorstellung, die auch im Video-Call kommt.

Die Extras, die im Video-Interview den Unterschied machen

  1. Spickzettel nutzen — aber richtig: Stichworte auf Post-its neben der Kamera sind Ihr Heimvorteil. Ganze Sätze ablesen merkt das Gegenüber sofort.
  2. Unterlagen offen halten: CV, Inserat und Notizen zur Firma als Ausdruck oder im zweiten Fenster — nicht während des Gesprächs suchen.
  3. Störungen ausschalten: Handy stumm, Benachrichtigungen aus, Mitbewohner informieren, Haustiere aus dem Zimmer.
  4. Probelauf machen: Nehmen Sie sich mit dem Handy auf oder üben Sie mit einer Bekannten — einmal die eigene Wirkung sehen verändert mehr als jede Theorie.
  5. Nachfassen wie beim normalen Gespräch: kurzes Dankes-Mail am selben oder nächsten Tag mit einem inhaltlichen Bezug zum Gespräch.

Behalten Sie den Überblick über Ihre Gespräche: Im Bewerbungs-Tracker notieren Sie Termin, Gesprächspartner und vereinbarte nächste Schritte — das ist auch die saubere Grundlage für den Nachweis Ihrer Arbeitsbemühungen beim RAV.

Häufige Fragen

Was mache ich, wenn die Technik während des Gesprächs ausfällt?

Ruhig bleiben, kurz warten, neu einwählen. Klappt es nicht, rufen Sie die Kontaktperson an und schlagen vor, telefonisch weiterzumachen oder einen neuen Termin zu vereinbaren. Wer eine Panne souverän löst, zeigt genau die Gelassenheit, die Firmen suchen.

Soll ich einen virtuellen Hintergrund verwenden?

Ein echter, aufgeräumter Hintergrund wirkt am besten. Virtuelle Hintergründe flackern oft an den Konturen und lenken ab. Wenn es nicht anders geht: ein dezenter Weichzeichner-Effekt statt Palmenstrand.

Wie kleide ich mich für ein Video-Interview?

Genauso wie für ein Gespräch vor Ort in dieser Firma und Branche — im Zweifel eine Stufe formeller. Einfarbige, ruhige Farben wirken vor der Kamera besser als feine Muster, die flimmern können.

Darf ich im Video-Interview Notizen machen?

Ja, das ist ausdrücklich erlaubt und wirkt engagiert. Sagen Sie kurz «Ich notiere mir das» — so ist klar, warum Ihr Blick nach unten geht.

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