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CAS, DAS, MAS: Hochschul-Weiterbildung ohne Studium

CAS, DAS und MAS sind Weiterbildungsabschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten — und der am meisten unterschätzte Fakt daran: Sie stehen oft auch Berufsleuten ohne Hochschulabschluss offen. Die Zulassung «sur dossier» macht es möglich. Dieser Guide erklärt die drei Formate, die Kosten und wie Sie ohne Bachelor an ein Hochschulzertifikat kommen.

CAS, DAS, MAS: Die drei Stufen im Überblick

Die drei Kürzel stehen für aufeinander aufbauende Weiterbildungsformate der Hochschulen. Der Umfang wird in ECTS-Punkten gemessen — ein Punkt entspricht grob 25 bis 30 Arbeitsstunden:

  • CAS (Certificate of Advanced Studies): rund 10-15 ECTS. Kompakter Lehrgang zu einem klar umrissenen Thema, meist über wenige Monate berufsbegleitend.
  • DAS (Diploma of Advanced Studies): rund 30 ECTS. Vertieft ein Fachgebiet deutlich breiter, oft als Kombination mehrerer CAS.
  • MAS (Master of Advanced Studies): rund 60 ECTS. Umfassendes Weiterbildungsprogramm mit Abschlussarbeit — der Weiterbildungsmaster.

Wichtig für die Einordnung: Ein MAS ist ein Weiterbildungsabschluss, kein konsekutiver Master. Er wird berufsbegleitend absolviert und setzt Berufserfahrung voraus — genau das macht ihn für Arbeitgeber interessant.

Zulassung «sur dossier»: Der Weg ohne Hochschulabschluss

Formal richten sich CAS, DAS und MAS an Personen mit Hochschulabschluss. In der Praxis nehmen viele Programme aber Kandidatinnen und Kandidaten «sur dossier» auf: Statt des Diploms zählen Berufserfahrung, Funktion und Weiterbildungen. Die Kriterien unterscheiden sich je nach Anbieter und Programm — fragen Sie direkt bei der Studienleitung nach, bevor Sie einen Weg ausschliessen.

  1. Wählen Sie ein CAS, das direkt an Ihre heutige Funktion anschliesst — die Praxisnähe ist Ihr stärkstes Zulassungsargument.
  2. Stellen Sie Ihr Dossier zusammen: Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Diplome, allenfalls ein Motivationsschreiben. Der Lebenslauf-Generator und der Motivationsschreiben-Assistent helfen bei beidem.
  3. Suchen Sie das Gespräch mit der Studienleitung — viele Aufnahmen «sur dossier» entscheiden sich im persönlichen Kontakt.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein CAS oder eher ein Abschluss der höheren Berufsbildung zu Ihrem Ziel passt, lohnt sich eine neutrale Einschätzung: Die Berufs- und Laufbahnberatung berät unabhängig, und ab 40 Jahren ist die Standortbestimmung viamia kostenlos.

Kosten und Finanzierung

Die Preise variieren stark je nach Anbieter, Hochschule und Fachgebiet — von einigen Tausend Franken für ein CAS bis zu deutlich höheren Beträgen für einen MAS. Verlässliche Angaben liefern die Programmseiten der Hochschulen und berufsberatung.ch. Für Hochschul-Weiterbildungen gibt es keine Bundesbeiträge wie bei den eidgenössischen Prüfungen — dafür greifen andere Hebel:

  • Steuerabzug: Berufsorientierte Weiterbildungskosten sind bei der Bundessteuer bis rund CHF 13'000 pro Jahr abziehbar. Bei einem mehrjährigen MAS lohnt es sich, Zahlungen auf mehrere Steuerjahre zu verteilen.
  • Arbeitgeber: CAS sind das klassische Format für arbeitgeberfinanzierte Weiterbildung — oft gegen eine Verpflichtungsdauer im Vertrag.
  • Modularer Einstieg: Erst ein CAS zahlen und absolvieren, später zum DAS oder MAS ausbauen — das verteilt Kosten und Risiko.

Alle Optionen im Detail — inklusive Stipendien und Fonds — finden Sie im Guide Weiterbildung finanzieren.

Wann lohnt sich ein CAS — und wann nicht?

Ein CAS lohnt sich, wenn Sie in Ihrem Feld bleiben und sich gezielt spezialisieren wollen — etwa Digital Marketing, Projektmanagement oder Führung. Es signalisiert aktuelles Fachwissen auf Hochschulniveau, ersetzt aber keine Grundausbildung: Für einen echten Berufswechsel ist eine Umschulung oder ein Abschluss der höheren Berufsbildung meist der stärkere Hebel.

Im Bewerbungsprozess zählt, dass der Abschluss maschinenlesbar und prominent im CV steht — gerade CAS-Titel gehen in Bewerbungssoftware schnell unter. Prüfen Sie Ihr Dossier mit dem ATS-Check, bevor Sie es verschicken.

Häufige Fragen

Kann ich ein CAS ohne Bachelor oder Studium machen?

Häufig ja: Viele Hochschulen lassen Berufsleute «sur dossier» zu, wenn Berufserfahrung und Funktion stimmen. Die Kriterien unterscheiden sich je nach Anbieter — fragen Sie direkt bei der Studienleitung des Programms nach.

Wie viele ECTS haben CAS, DAS und MAS?

Als Richtwerte: ein CAS umfasst rund 10-15 ECTS, ein DAS rund 30 ECTS und ein MAS rund 60 ECTS. Ein ECTS-Punkt entspricht etwa 25 bis 30 Arbeitsstunden inklusive Selbststudium.

Ist ein MAS gleichwertig mit einem konsekutiven Master?

Nein, es sind unterschiedliche Gefässe: Der MAS ist ein Weiterbildungsabschluss für Berufsleute, der konsekutive Master ein akademischer Grad nach dem Bachelor. Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt ist der MAS als praxisorientierte Führungs- und Spezialistenweiterbildung anerkannt.

Gibt es Bundesbeiträge für CAS, DAS oder MAS?

Nein, die 50 % Bundesbeiträge gelten nur für Kurse, die auf eidgenössische Prüfungen vorbereiten. Bei Hochschul-Weiterbildungen helfen der Steuerabzug von rund CHF 13'000 pro Jahr, Arbeitgeberbeteiligungen und je nach Kanton Stipendien.

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