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Umschulung Pflege: FaGe, HF und der Quereinstieg

Die Pflege sucht Personal — und sie ist eine der wenigen Branchen mit klar geregelten Quereinstiegen in jedem Alter. Vom kompakten SRK-Lehrgang über das FaGe-EFZ für Erwachsene bis zur Pflege HF gibt es eine durchgehende Treppe. Dieser Guide zeigt die Stufen, die Finanzierungswege und was der Wechsel wirklich bedeutet — körperlich, zeitlich und finanziell.

Die Einstiegsstufen: Vom SRK-Lehrgang bis zur Pflege HF

  1. Pflegehelfer/in SRK: Der kompakte Einstieg — ein kurzer Lehrgang des Schweizerischen Roten Kreuzes mit Theorie und Praktikum. Er führt in Grundpflege und Betreuung ein und ist der Klassiker, um das Berufsfeld zu testen. Kosten und Dauer variieren je nach Anbieter und Kanton.
  2. Fachfrau/Fachmann Gesundheit (FaGe) EFZ: Der Kernberuf der Pflegebranche. Erwachsene mit mindestens fünf Jahren Berufspraxis können das EFZ über Artikel 32 verkürzt nachholen oder ihre Berufserfahrung validieren lassen — ohne klassische Lehre.
  3. Assistent/in Gesundheit und Soziales (AGS) EBA: Zweijähriger Abschluss als Zwischenschritt, wenn das EFZ noch zu weit weg ist.
  4. Dipl. Pflegefachfrau/Pflegefachmann HF: Die höhere Fachschule als Ziel der Treppe — Zulassung in der Regel mit EFZ plus Praxis, berufsbegleitend möglich.

Details zu den Erwachsenen-Wegen zum EFZ — Anmeldung, Verfahren, Kantonsunterschiede — finden Sie im Guide EFZ nachholen als Erwachsener. Eine Übersicht aller Pflegeausbildungen bietet berufsberatung.ch.

Finanzierung: RAV, Kanton und Ausbildungslohn

  • RAV / arbeitsmarktliche Massnahmen: Für gemeldete Stellensuchende kann insbesondere der SRK-Lehrgang zu 100 % finanziert werden, wenn er die Vermittlungschancen verbessert — in der Pflege mit ihrem Personalmangel ein starkes Argument. Die Taggelder laufen während des Kurses weiter; die Höhe berechnen Sie mit dem Arbeitslosenrechner.
  • Ausbildungslohn: Wer die FaGe-Ausbildung im Betrieb oder die Pflege HF absolviert, erhält in der Regel einen Ausbildungslohn — die Höhe variiert je nach Kanton und Betrieb.
  • Kantonale Förderprogramme: Im Zuge der Pflegeinitiative fördern viele Kantone Ausbildung und Wiedereinstieg; die Programme unterscheiden sich je nach Kanton — erkundigen Sie sich bei der kantonalen Berufsberatung.
  • Steuerabzug und Stipendien: Selbst getragene Kurskosten sind bei der Bundessteuer bis rund CHF 13'000 pro Jahr abziehbar; je nach Situation kommen Stipendien dazu.

Den Gesamtüberblick über alle Töpfe gibt der Guide Weiterbildung finanzieren.

Ehrlicher Realitätscheck: Für wen passt die Pflege?

Pflege ist sinnstiftend und krisensicher — aber auch körperlich fordernd, mit Schicht- und Wochenenddiensten. Ein realistischer Selbsttest vor der Umschulung lohnt sich:

  • Schnuppern zuerst: Ein Praktikum oder der SRK-Lehrgang mit Praktikumsteil zeigt schnell, ob der Alltag passt — bevor Sie in eine mehrjährige Ausbildung investieren.
  • Schichtarbeit einplanen: Früh-, Spät- und Nachtdienste sind die Regel, nicht die Ausnahme. Klären Sie die Vereinbarkeit mit Familie und Betreuungspflichten vorab.
  • Deutschkenntnisse: Für Ausbildung und Patientensicherheit sind solide Deutschkenntnisse zentral; wer hier Lücken hat, startet am besten mit einem Deutschkurs.
  • Ab 40 kein Hindernis: Lebenserfahrung ist in der Pflege ein echter Vorteil. Ab 40 Jahren steht Ihnen mit viamia eine kostenlose Standortbestimmung zu.

Bewerben in der Pflege: Vom Praktikum zur Festanstellung

In der Pflege führt der Weg oft über den Fuss in der Tür: Praktikum oder SRK-Einsatz im Wunschbetrieb, dann die Ausbildungsstelle. Heben Sie im Dossier Betreuungserfahrung jeder Art hervor — auch private Care-Arbeit und Freiwilligeneinsätze zählen als relevante Erfahrung. Mit dem Lebenslauf-Generator strukturieren Sie das sauber, und das Motivationsschreiben erklärt Ihren Wechselgrund glaubwürdig.

Wer aus der Arbeitslosigkeit in die Pflege wechselt, sollte auch den Zwischenverdienst prüfen: Ein Teilzeiteinsatz als Pflegehelfer/in kann Taggeld-Lücken schliessen und wird gleichzeitig zur Referenz für die Ausbildungsstelle.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Pflegehelfer-Lehrgang SRK?

Der SRK-Lehrgang ist ein kompakter Einstieg mit Theorieteil und Praktikum; Dauer und Kosten variieren je nach Kanton und Anbieter. Aktuelle Angaben finden Sie beim SRK-Kantonalverband Ihrer Region und auf berufsberatung.ch.

Kann ich das FaGe-EFZ als Erwachsene ohne Lehre machen?

Ja: Mit mindestens fünf Jahren Berufspraxis können Sie über Artikel 32 direkt zum Qualifikationsverfahren antreten oder Ihre Kompetenzen in einem Validierungsverfahren anerkennen lassen. Beide Wege führen zum vollwertigen EFZ.

Zahlt das RAV den SRK-Lehrgang?

Oft ja: Weil die Pflege nachweislich Personal sucht, wird der SRK-Lehrgang häufig als arbeitsmarktliche Massnahme bewilligt — dann zu 100 % finanziert, während die Taggelder weiterlaufen. Der Entscheid liegt bei Ihrer RAV-Beratungsperson.

Kann ich die Pflege HF berufsbegleitend absolvieren?

Ja, die Ausbildung zur dipl. Pflegefachperson HF ist auch berufsbegleitend möglich; zugelassen wird in der Regel, wer ein EFZ (idealerweise FaGe) plus Praxis mitbringt. Die konkreten Modelle unterscheiden sich je nach Schule.

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